Ein Blick auf die Niederdreeser Geschichte

Erste Erwähnungen der Ortschaft Niederdrees
Die Zersetzung des alten Königsgutes aus der merowingisch-karolinischen Zeit (8. und 9. Jahrhundert) ließ im Rheinland unzählige kleine Herrschaften und Herrlichkeiten entstehen, in denen der Grundherr nach eigenen Gesetzen frei schalten und regieren konnte. Eine derartige Unterherrschaft im kurkölnischen Staat war die Siedlung Niederdrees.

Urkundlich wird Niederdrees erstmals 856 unter dem Namen „Dreisa“ erwähnt. 1161 hieß es „Dreise“ und 1561 „Dreis“. Der Name leitet sich ab von Driesch oder Dreeschfeld, womit die Brache oder das Brachland, gemeint ist, das ein Jahr ungepflügt liegen blieb und dann dem Weid- oder Schweidgang diente (Schweidgang meint eine allgemein und gemeinsam genutzte Fläche zum Weiden des Viehs).

Im 15. Jahrhundert besaß Johann Rollmann von Huysen Burg und Dorf Niederdrees. Durch Heirat kam der Ort später an den Ritter Peter Kessel auf der Nürburg und 1454 an Mutter Quadt zu Tomburg und Miel. 1464 erhielt sein Sohn Johann das halbe Dorf Niederdrees. Die andere Hälfte kam später an die Roist von Werß auf Vettelhofen später Altendorf. Von beiden Geschlechtern wurde die Herrschaft nicht mehr als Wohnsitz genutzt sondern diente nur als Objekt für Pachtnutzung und Verpfändung. So verfielen schon vor über 400 Jahren die Burg und ihre Wasseranlagen so nachhaltig, dass ihre Spuren völlig verwischt sind. Heute erinnert nur der Straßenname Kreuzburgweg daran, dass es in Niederdrees einmal einen Herrensitz gegeben hat. 1730 fielen beide Anteile der Herrschaft Niederdrees an die Herren Schall von Bell zu Morenhoven, die bis zur französischen Besetzung diese Rechte innehatten.

Ein Sonderfall ist der Marienthaler Hof. Der Marienthaler Hof zu Niederdrees gehörte seit 1176 dem Kloster Marienthal an der Ahr. Er wurde erst nachträglich in das Dorf gelegt, zuvor war er ein Einzelhof, der Westershoven genannt wurde. Mit ihm wurde 1599 Philipp Reist von Werß, Herr zu Groß-Altendorf und Niederdrees belehnt. Nach mehreren Besitzerwechseln wurden die Hofgebäude von Nachbarn angezündet. Vielleicht wollten sie so den Eigentümern den Besitz verleiden oder wenigstens eine stückweise Verpachtung erreichen.

Niederdrees hatte auch ein eigenes Gericht mit höherer und niederer Gerichtsbarkeit, dessen Weistum in mehreren Fassungen überliefert ist.

In der Franzosenzeit
Während der napoleonischen Besatzung ab 1794 wird Rheinbach Hauptort des neugebildeten gleichnamigen Kantons. Gleichzeitig wird eine Bürgermeisterei Rheinbach gebildet, die aus den Gemeinden Rheinbach, Flerzheim, Hilberath, Neukirchen, Niederdrees, Oberarmes, Queckenberg, Ramershoven, Todenfeld und Wormersdorf besteht.

1802 wird Rheinbach und damit auch Niederdrees Teil des französischen Staates. Niederdrees wurde selbstständige Gemeinde mit Bürgermeister und Rat.

Preußische Rheinprovinz
1816, nach der Vertreibung Napoleons und dem Wiener Kongress findet sich Rheinbach als Teil der preußischen Rheinprovinz wieder. Der bisherige Kanton Rheinbach wird unter der Preußischen Herrschaft zu einem Kreis umgewandelt. Er besteht aus den Bürgermeisterin Adendorf, Kuchenheim, Münstereifel, Olheim und Rheinbach.

Und so sah die Gemeinde Niederdrees 1898 statistisch aus:
Das Dorf hatte 273 Einwohner, Gemeindevorsteher war der Gutsbesitzer Mauß Josef, der Antoniusgemeinde stand als Rektor Pfarrer Zimmermann, Josef vor, in der einklassigen Volksschule plagte sich Lehrer Cüppers Werner ab, der auch den Männergesangverein leitete. Es gab einen Feldhüter (Merzbach Matthias Jos.) und einen Nachtwächter (Balg Johann) 24 Ackerer bewirtschafteten ihren Hof:
Barth Heinrich, Brauweiler Mathias, Breuer Hubert, Büser Wilhelm, Calenberg Johann, Deuster Heinrich, Euenheim Geschwister, Freischem Bernhard Wwe., Fuß Ant. Josef, Fuß Geschwister, Klein Peter, Klinz Johann, Merzbach Jac, Pesch Carl, Prior Johann Peter, Schäfer Caspar Anton, Schmitz Bernhard, Schmitz Engelbert, Schmitz Josef, Schurz Michael, Vilz Bernhard, Vilz Johann, Wolff Hubert, Wolff Jacob

Zwei Gutsbesitzer sind aufgeführt: Fuß Wilhelm Heinrich und Mauß Josef,

Ihrem Gewerbe gingen im Dorf nach:
Bienentreu Huber, Maurer; Breidenbenden Johann, Schuster; Franzen Peter Josef, Specereienhandlung; Krämer Josef, Bäcker; Kribbeler Constantin, Dachdecker, Mörs Heinrich, Schmied; Schneider Matthias, Schneider; Stein Jodokus, Schmied; Stein Peter, Wirth; Welhoven Hubert, Schuster.

1. Weltkrieg
Niederdrees hatte im 1. Weltkrieg 12 Gefallene zu betrauern. Ihnen wurden im Eingang der Kirche Gedenksteine gesetzt. Sie sind jetzt an der Mauer der Aussegnungshalle angebracht.

Landkreis Bonn
1932 Unter heftigem Protest der Bevölkerung wird der Kreis Rheinbach aufgelöst und Rheinbach-Stadt und -Land und damit auch Niederdrees werden dem Landkreis Bonn zugeordnet.

Und so sah die Gemeinde Niederdrees statistisch im Jahre 1937 aus:
Die Personalbestandsaufnahme am 11.10.1937 ergab folgende Zahlen:
– Die Gemeinde Niederdrees hatte 261 Bewohner, davon waren 126 männlich und 135 weiblich
– Es gab 61 Haushaltungen in 60 Häusern, 24 landwirtschaftliche Betriebe, 6 Handwerksbetriebe und 6 Gewerbetreibende.
– Jeder Haushalt hatte sein Haus, das ergibt durchschnittlich 4,37 Personen pro Haushalt.

2. Weltkrieg
Das Ehrenmal erinnert an 29 Kriegsopfer.

Niederdrees wird Rheinbacher Ortsteil
Aus der ehemaligen Stadt Rheinbach und den Gemeinden des Amtes Rheinbach-Land, nämlich Flerzheim, Hilberath, Neukirchen, Niederdrees, Oberdrees, Queckenberg, Ramershoven, Todenfeld und Wormersdorf entsteht im Rahmen der kommunalen Neuordnung 1969 die neue Stadt Rheinbach.
Aus der selbstständigen Gemeinde Niederdrees wurde ein Rheinbacher Ortsteil.

Quelle: unbekannt